Anthologie: Jetzt bin ich hier

“Jetzt bin ich hier”

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Zur Entstehung der Anthologie

Nicht immer läuft alles nach Plan, oder eigentlich eher selten. So war es auch hier. Ursprünglich sollte dies ein Sammelband mit Texten von Flüchtlingen werden. In der Ausschreibung hieß es:

Für einen Sammelband mit Geschichten von Refugees suchen wir schreibfreudige Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder (auch Zeichnungen sind willkommen).
Ob Sie schon Geschichten geschrieben und vielleicht sogar veröffentlicht haben oder ob Sie es einfach einmal versuchen wollen, wir freuen uns auf jeden Beitrag. Die Texte können sich mit der Flucht, dem Asylverfahren und dem Exil beschäftigen, schön wären aber auch Geschichten aus dem alltäglichen Leben zu Hause oder einfach spannende, lustige, traurige, schöne Geschichten und Texte zu jedem beliebigen Thema.

Die Anthologie soll
• Ihnen die Möglichkeit bieten, Ihre Texte zuveröffentlichen
• Den Lesern/Leserinnen den Menschen hinter dem „Flüchtling“ nahebringen
• Refugees als aktive Menschen wie ‚Du und Ich aufzeigen‘ und nicht die „Opferrolle“ in den Vordergrund stellen, wie die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit oft ausschließlich ist

Es blieb dann aber nicht bei Texten von Flüchtlingen, es kamen einige Texte von Migrant_innen und von Menschen mit dem sogenannten „Migrations-hintergrund“ dazu. Ich frage mich allerdings immer wieder, wen dieses unsägliche M-Wort eigentlich meint. Wann hört der Migrationshintergrund auf und wo beginnt er? Wie viele Generationen müssen es sein und wie viele Kilometer bis zur Grenze? Ist ein Bayer in Hamburg mehr Migrant, als ein Däne? Oder ist es die Berlinerin am Bodensee weniger als die Polin in Berlin?
Und wenn schon hier beliebige Grenzen und Definitionen herhalten müssen, wo unterscheiden sich dann noch Flüchtlinge und Migranten_innen? Im Grunde ist die Unterscheidung hinfällig, wer Böses denkt, sieht hier einen weiteren Schritt des Auseinanderdividierens von Menschen, um die herrschenden Macht-strukturen besser aufrechterhalten zu können. Hier die Deutschen, mit ausländischen Wurzeln allerhöchstens vor drei Generationen (diese Rechnung erinnert fatal an die jüngere deutsche Vergangenheit), da die Flüchtlinge aus aller Welt, die man möglichst schnell wieder loswerden will, und dort die Migrant_innen, die man nicht
mehr loswerden kann und zu allem Übel oft auch noch braucht. Aber die Grenzen sind fließend. Flüchtlinge sind auch Migrant_innen und Migrant_innen fliehen in den meisten Fällen auch vor irgendetwas. Sei es vor dem Alltag, der Arbeitslosigkeit, der Unmöglichkeit ein selbstbestimmtes Leben zu führen – es gibt unzählige solcher Gründe. Ich danke allen, die sich die Mühe machten und die den Mut aufbrachten, einen Beitrag für diese Anthologie zu verfassen und ihn zu veröffentlichen.

Weder Autor_innen noch die Herausgeberin erhalten ein Honorar, alle Überschüsse aus dem Verkauf der Bücher gehen in die Flüchtlingshilfe.

Bestellen und kaufen: “Jetzt bin ich hier” ist im Buchhandel erhältlich oder per online-Bestellung direkt beim Verlag

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Rezensionen:

……Es sind sehr starke Texte darunter wie der des ehemaligen Asylbewerbers Mohammad Ali Gharagozlou, dessen erzähltes Ich nur noch Erinnerungen an seinen verstorbenen Vater hat, “Erinnerungen, die ich zufällig in der Schatulle meines Körpers namens Hirn gefunden habe. Sie sind zum Teil verstaubt und nicht mehr identifizierbar.” Andere AutorInnen kämpfen noch um eine Ausdrucksmöglichkeit, kämpfen mit der Unmöglichkeit, das Erlebte in Worte zu fassen. Zutiefst berührend sind auch diese Kurzgeschichten und Gedichte. Die Texte erzählen von Verfolgung und körperlicher Gewalt, von Fluchterfahrungen, von Schleppern und Abhängigkeit, aber auch von der ganz alltäglichen Einsamkeit deutscher und nichtdeutscher Seniorinnen. …..Claire Horst, aviva Berlin

 

Hinter jeden Menschen steckt eine Geschichte und gerade Flüchtlinge haben oft tragische und traurige Geschichten zu erzählen. Das vergessen leider viel zu viele Menschen. Dieses Buch ist eine Ansammlung von Geschichten derer, die ihre Heimat oft unfreiwillig verlassen mussten. Schockierend, teilweise sehr traurig und trotzdem oft voller Hoffnung….Eckendenker

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